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Zukünftige Aufgaben des Notarztes – wegweisende Aspekt aus den Nachbarländern
/in StatementsDer Vergleich mit Nachbarländern zeigt, dass auch in traditionellen
Paramedic-Systemen auf Notärzte im prähospitalen
Einsatz nicht verzichtet wird. Sie sollen bestimmte zumeist invasive
Maßnahmen auf fachärztlichem Niveau gewährleisten.
Dabei ist das Ausbildungsniveau bei den nichtärztlichen Mitarbeitern
meist höher einzuschätzen als bei uns.
Notärzte widersprechen Krankenhausschließungen
/in StatementsSowohl von der Politik (Krankenhausstrukturreform 2016) wie auch den Krankenkassen (AOK, GKV) wird der Vorwurf von Überkapazitäten von Krankenhausbette erhoben und ein Abbau vor allem durch Schließung von kleinen Häusern im ländlichen Raum gefordert. Nunmehr sollen nochmals 500 Betten geschlossen werden. Dem widersprechen die Notärzte auf Grund ihrer Erfahrung aus der Praxis.
Novellierung der Musterweiterbildungsordnung (MWBO) für die Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“
/in StatementsGrundsätzlich begrüßen wir die mit dem Gesetzentwurf angestrebte sektorenübergreifende Verzahnung der Notfallversorgung, jedoch sehen wir aus rettungsdienstlicher Sicht Nachbesserungsbedarf.
Einsatz von Notärzten in Ländern mit Paramedic-System
/in StatementsIn manchen Nachbarländern mit ursprünglich Paramedic-basiertem Rettungssystem wurde in den letzten Jahrzehnten der Bedarf nach einer prähospitalen notärztlichen Kompetenz erkannt. Ausgangsbedingungen und Lösungen waren dabei durchaus unterschiedlich.
Einsatz von Notärzten in Ländern mit Paramedic-System (Okt 2017)
/in Medien10. Oktober 2017
Die Arbeitsgruppe Strukturfragen der BAND hat eine Übersicht zur Rolle von Notärzten am Beispiel einiger Nachbarländern erarbeitet und publiziert. Am Beispiel des Vereinigten Königreiches, der Niederlande und Dänemark analysierte der Arbeitskreis Strukturfragen der BAND e.V. die Strategien zum Einsatz von Notärzten zum Stand von 2017. Seitdem sind die Entwicklungen insbesondere im UK weitergegangen, wo 2016 der erste Jahrgang von Prehospital Emergency Physicians seine Weiterbildung abgeschlossen hat und wo inzwischen – anders als noch 2017 – praktisch alle Rettungshubschrauber mit Notärzten besetzt sind.
In den Anfangsjahren des Rettungsdienstes verfügten alle drei Länder über Paramedic-Systeme ohne prähospital eingesetzte Notärzte. Bei der Qualifikation der Paramedics sticht das Beispiel der Niederlande heraus, wo seit Mitte der 1980-er Jahre ausgebildete Fachpflegekräfte auf dem Hintergrund einer „funktionellen Selbständigkeit“ im Rettungsdienst tätig sind und seit 30 Jahren nach landeseinheitlichen Protokollen arbeiten. Die formal-professionelle Entwicklung der Paramedics ist im UK mit der Existenz einer eigenen berufsständischen Körperschaft (College of Paramedics) und einer obligatorischen akademischen Ausbildung zum B.Sc. einschließlich eigener universitärer Fakultäten am weitesten fortgeschritten.
Aus reinen Paramedic-Systemen sind in den letzten Jahrzehnten Hybrid-Systeme mit notärztlicher Unterstützung nach verschiedenen Konzepten geworden. Während im UK und in den Niederlanden die Notarztunterstützung vorwiegend auf der Luftrettung basiert, gibt es in Dänemark nebeneinander sowohl ein flächendeckendes Luftrettungs- als auch ein flächendeckendes bodengebundenes System. In der Luftrettung ist man in den Nachbarländern bezogen auf die Verbreitung von Primäreinsätzen im Nachtflugbetrieb der deutschen Luftrettung voraus. Auf diese Weise kann die Ressource Notarzt prähospital auch per Helikopter rund um die Uhr zur Verfügung stehen.
Die Übersichtsarbeit wurde 2017 in der Zeitschrift NOTARZT publiziert und ist auf der Website des Thieme-Verlags nicht barrierefrei zugänglich.
Gretenkort P, Beneker J, Dörges V, Sefrin P, Riebandt F
Einsatz von Notärzten in Ländern mit Paramedic-System.
Der Notarzt 2017; 33: 272-278. DOI: 10.1055/s-0043-1222
Link zur Website des Thieme-Verlags
Neustrukturierung der Notfallversorgung notwendig
/in StatementsNur 22% der Notfalleinsätze mit Blaulicht sind echte Notfälle. Vielfach wird die Notrufnummer 112 bei medizinischen Bagatellfällen gewählt. Nicht nur bewusste falsche Angaben des Anrufers führen zum Notfalleinsatz, sondern schlicht Unwissen bezüglich des richtigen Ansprechpartners.
Zukunft der Notfallmedizin in Deutschland 2.0
/in BerufspolitikAutoren aus den Wissenschaftlichen Arbeitskreisen „Notfallmedizin“ und „Zentrale Notaufnahme“ der DGAI nehmen eine kritische Prüfung und Neubewertung einer 2003 postulierten Entwicklung der präklinischen Notfallmedizin in Deuschland vor. Welche Dinge konnten weiterentwickelt und fest etabliert werden, was ist weiterhin offen, und welche Fragen zu präklinischer und klinischer Notfallversorgung der Bevölkerung werden uns in den folgenden 15 Jahren beschäftigen? Mit einem kritischen Blick zurück versucht der Beitrag, die wesentlichen und neuen Themen und offenen Fragen aufzugreifen und einen erneuten Ausblick zur „Zukunft der Notfallmedizin“ zu geben.
Strukturänderungen in der präklinischen Notfallmedizin (Dez 2016)
/in Medien1. Dezember 2016
Strukturaspekte der präklinischen Notfallmedizin vor 10 Jahren – wie weit sind wir in der Zwischenzeit gekommen?
Der Arbeitskreis Strukturfragen der BAND e.V. hat sich zu Beginn der „Ära Notfallsanitäter“ im Jahr 2016 mit zentralen Themen der prähospitalen Notfallmedizin auseinandergesetzt und Perspektiven angedacht. Seitdem sind einige zentrale Empfehlungen ergangen, die sich mit den Problemen der stationären, prähospitale und ambulanten Versorgung auseinandersetzen (2018: Sachverständigenrat zur Begutachtung des Gesundheitswesens zur „Bedarfsgerechten Steuerung der Gesundheitsversorgung“; 2023: Stellungnahme und Empfehlung der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung zur „Reform der Notfall- und Akutversorgung: Rettungsdienst und Finanzierung“; 2024: Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung des Bundesministeriums für Gesundheit). Die notfallmedizinische und gesundheitspolitische Diskussion ist in den letzten 10 Jahren weitergegangen.
Dennoch sind viele der seinerzeit aufgegriffenen Fragen weiterhin aktuell, und Manches ist noch erst unvollkommen gelöst. Aus Sicht des Notfallpatienten spielen die Fragen des therapiefreien Intervalls, des Einsatzes von First-Responder- und Ersthelfersystemen und der Eintreffzeiten des professionellen Rettungsdienstes eine zentrale Rolle. In der Rettungslogistik entwickelte sich die Luftrettung weiter, und die Telenotfallmedizin hat in den letzten 10 Jahren einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht. Abteilungsambulanzen in den Kliniken haben sich zu leistungsfähigen interdisziplinären Notaufnahmen weiterentwickelt.
Weniger erfolgreich waren die Bemühungen um die Verzahnung des Rettungsdienst mit der ambulanten kassenärztlichen Versorgung einschließlich der digitalen Verknüpfung von Notrufen und Einsatzdisposition. Ebenso ist die Entwicklung der Einsatzzahlen, zum Teil aufgrund von inadäquater Inanspruchnahme des Rettungsdienstes, ungebremst.
Die Publikation – damals als Zukunftsperspektive gedacht – ist heute ein gutes Beispiel dafür, in welchen Zeitintervallen sich Strukturveränderungen abspielen und wie viel oder auch wie wenig sich in 10 Jahren tatsächlich verändert.
Die Übersichtsarbeit wurde 2016 in der Zeitschrift NOTARZT publiziert und ist auf der Website des Thieme-Verlags nicht barrierefrei zugänglich.
Gretenkort P, Beneker J, Dörges V, Fischer L, Kann D, Sefrin P
Strukturänderungen in der präklinischen Notfallmedizin
Der Notarzt 2016; 32: 264-270. DOI: 10.1055/s-0042-120489
Link zur Website des Thieme-Verlags
Arbeitsgruppe Strukturfragen
/in BANDArbeitsgruppe „Strukturfragen“
Leitung: Peter Gretenkort
Die Arbeit der AG Strukturfragen begann 2016 mit einer Diskussion der damaligen medizinischen, technischen und logistischen Strukturen unter dem Aspekt der sich abzeichnenden Weiterentwicklungen. In der Folge wurden mehrere Publikationen zum Strukturvergleich mit den Rettungsdiensten in europäischen Nachbarländern erarbeitet, insbesondere unter dem Aspekt der Aufgaben und Kompetenzen von Notärzten. Dieser Strukturvergleich wird auch in Zukunft interessante Einblicke bieten, die für die Weiterentwicklung des Notarzt- und Rettungsdienstes in Deutschland von Bedeutung sind.
Wissenschaftliche Publikationen aus der Arbeitsgruppe Strukturfragen finden Sie hier
Eckpunktepapier 2016 zur notfallmedizinischen Versorgung der Bevölkerung in der Prähospitalphase und in der Klinik (Jul 2016)
/in BerufspolitikDas Eckpunktepapier 2016, aufbauend auf dem Eckpunktepapier 2007, ist einer der wichtigsten Meilensteine in der gesundheitspolitischen Diskussion um Rahmenbedingungen und Ziele der Notfallmedizin. Das Eckpunktepapier betrachtet die gesamte Prozesskette von der Laienhilfe am Einsatzort bis zur definitiven klinischen Versorgung und zeigt evidenzbasierte Forderungen für die notfallmedizinische Planung in Politik und Administration auf. Lesen Sie die vollständige Publikation hier (PDF)