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Neuer Vorstand der BAND gewählt (Apr 2019)
/in InternaWährend des 12. Notfallsymposium in Travemünde (NOSTRA) der Arbeitsgemeinschaft in Norddeutschland tätiger Notärzte (AGNN) fand am 29.03.2019 die Mitgliederversammlung der BAND mit der turnusmäßigen Wahl des Vorstandes statt.
Zukünftige Aufgaben des Notarztes – wegweisende Aspekte aus den Nachbarländern (Mrz 2019)
/in Medien, StartseiteDie Arbeitsgruppe Strukturfragen der BAND hat eine vertiefte narrative Übersicht zur Rolle von Notärzten in einigen Nachbarländern erarbeitet und publiziert. Der Blick auf unsere Nachbarländer (Vereinigtes Königreich, Niederlande und Dänemark) zeigt, dass eine zeitgemäße prähospitale Notfallmedizin durch hohe Qualifikation des nichtärztlichen Personals geprägt ist. Demgegenüber zeigt sich aber auch in diesen ursprünglich Paramedic-geprägten Systemen, dass eine darüber hinausgehende, spezifische fachärztliche Kompetenz am Einsatzort unerlässlich ist. Dies gilt in erster Linie für invasive Maßnahmen am Einsatzort und für Therapieentscheidungen in der Funktion der medizinischen Teamleitung. Notfallrettung muss sich als verteilte Aufgabe mit klarer Kompetenzzuordnung und gezielter Zuteilung der verfügbaren personellen Ressourcen verstehen.
Zu den invasiven Maßnahmen in Notarztkompetenz zählt die Narkoseeinleitung zur endotrachealen Intubation und Beatmung. Es wird hier länderübergreifend anerkannt, dass diese Maßnahme hinsichtlich ihrer Komplexität, Schwierigkeit und Risikobelastung nur von medizinischem Personal durchgeführt werden kann, welches diese Maßnahme im routinemäßigen klinischen Einsatz nachhaltig erlernt hat. Auf der anderen Seite ist unbestritten, dass eine prähospitale Narkoseeinleitung, Intubation und Beatmung lebensrettend sein kann und damit grundsätzlich nicht verzichtbar ist. Die Kompetenz zum erweiterten Atemwegsmanagement war ein wichtiger Grund für die zunehmende Verbreitung von Prehospital Emergency Physicians im UK.
Nicht vergessen werden darf als spezifische ärztliche Kompetenz auch die ethische Entscheidungsverantwortung zu einem Therapieabbruch (jenseits von Standardarbeitsanweisungen zur Wiederbelebung), wie sie beispielsweise in einer dänischen Studie hervorgehoben wird.
Die Übersichtsarbeit wurde 2019 in der Zeitschrift NOTARZT publiziert und ist auf der Website des Thieme-Verlags nicht barrierefrei zugänglich.
Gretenkort P, Dörges V, Sefrin P, Beneker J, Riebandt F
Zukünftige Aufgaben des Notarztes – wegweisende Aspekte aus den Nachbarländern.
Der Notarzt 2019; 35: 68-75. DOI: 10.1055/a-0790-8082
Link zur Website des Thieme-Verlags
Zukünftige Aufgaben des Notarztes – wegweisende Aspekt aus den Nachbarländern
/in StatementsDer Vergleich mit Nachbarländern zeigt, dass auch in traditionellen
Paramedic-Systemen auf Notärzte im prähospitalen
Einsatz nicht verzichtet wird. Sie sollen bestimmte zumeist invasive
Maßnahmen auf fachärztlichem Niveau gewährleisten.
Dabei ist das Ausbildungsniveau bei den nichtärztlichen Mitarbeitern
meist höher einzuschätzen als bei uns.
Notärzte widersprechen Krankenhausschließungen
/in StatementsSowohl von der Politik (Krankenhausstrukturreform 2016) wie auch den Krankenkassen (AOK, GKV) wird der Vorwurf von Überkapazitäten von Krankenhausbette erhoben und ein Abbau vor allem durch Schließung von kleinen Häusern im ländlichen Raum gefordert. Nunmehr sollen nochmals 500 Betten geschlossen werden. Dem widersprechen die Notärzte auf Grund ihrer Erfahrung aus der Praxis.
Novellierung der Musterweiterbildungsordnung (MWBO) für die Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“
/in StatementsGrundsätzlich begrüßen wir die mit dem Gesetzentwurf angestrebte sektorenübergreifende Verzahnung der Notfallversorgung, jedoch sehen wir aus rettungsdienstlicher Sicht Nachbesserungsbedarf.
Einsatz von Notärzten in Ländern mit Paramedic-System
/in StatementsIn manchen Nachbarländern mit ursprünglich Paramedic-basiertem Rettungssystem wurde in den letzten Jahrzehnten der Bedarf nach einer prähospitalen notärztlichen Kompetenz erkannt. Ausgangsbedingungen und Lösungen waren dabei durchaus unterschiedlich.
Einsatz von Notärzten in Ländern mit Paramedic-System (Okt 2017)
/in Medien10. Oktober 2017
Die Arbeitsgruppe Strukturfragen der BAND hat eine Übersicht zur Rolle von Notärzten am Beispiel einiger Nachbarländern erarbeitet und publiziert. Am Beispiel des Vereinigten Königreiches, der Niederlande und Dänemark analysierte der Arbeitskreis Strukturfragen der BAND e.V. die Strategien zum Einsatz von Notärzten zum Stand von 2017. Seitdem sind die Entwicklungen insbesondere im UK weitergegangen, wo 2016 der erste Jahrgang von Prehospital Emergency Physicians seine Weiterbildung abgeschlossen hat und wo inzwischen – anders als noch 2017 – praktisch alle Rettungshubschrauber mit Notärzten besetzt sind.
In den Anfangsjahren des Rettungsdienstes verfügten alle drei Länder über Paramedic-Systeme ohne prähospital eingesetzte Notärzte. Bei der Qualifikation der Paramedics sticht das Beispiel der Niederlande heraus, wo seit Mitte der 1980-er Jahre ausgebildete Fachpflegekräfte auf dem Hintergrund einer „funktionellen Selbständigkeit“ im Rettungsdienst tätig sind und seit 30 Jahren nach landeseinheitlichen Protokollen arbeiten. Die formal-professionelle Entwicklung der Paramedics ist im UK mit der Existenz einer eigenen berufsständischen Körperschaft (College of Paramedics) und einer obligatorischen akademischen Ausbildung zum B.Sc. einschließlich eigener universitärer Fakultäten am weitesten fortgeschritten.
Aus reinen Paramedic-Systemen sind in den letzten Jahrzehnten Hybrid-Systeme mit notärztlicher Unterstützung nach verschiedenen Konzepten geworden. Während im UK und in den Niederlanden die Notarztunterstützung vorwiegend auf der Luftrettung basiert, gibt es in Dänemark nebeneinander sowohl ein flächendeckendes Luftrettungs- als auch ein flächendeckendes bodengebundenes System. In der Luftrettung ist man in den Nachbarländern bezogen auf die Verbreitung von Primäreinsätzen im Nachtflugbetrieb der deutschen Luftrettung voraus. Auf diese Weise kann die Ressource Notarzt prähospital auch per Helikopter rund um die Uhr zur Verfügung stehen.
Die Übersichtsarbeit wurde 2017 in der Zeitschrift NOTARZT publiziert und ist auf der Website des Thieme-Verlags nicht barrierefrei zugänglich.
Gretenkort P, Beneker J, Dörges V, Sefrin P, Riebandt F
Einsatz von Notärzten in Ländern mit Paramedic-System.
Der Notarzt 2017; 33: 272-278. DOI: 10.1055/s-0043-1222
Link zur Website des Thieme-Verlags
Neustrukturierung der Notfallversorgung notwendig
/in StatementsNur 22% der Notfalleinsätze mit Blaulicht sind echte Notfälle. Vielfach wird die Notrufnummer 112 bei medizinischen Bagatellfällen gewählt. Nicht nur bewusste falsche Angaben des Anrufers führen zum Notfalleinsatz, sondern schlicht Unwissen bezüglich des richtigen Ansprechpartners.
Zukunft der Notfallmedizin in Deutschland 2.0
/in BerufspolitikAutoren aus den Wissenschaftlichen Arbeitskreisen „Notfallmedizin“ und „Zentrale Notaufnahme“ der DGAI nehmen eine kritische Prüfung und Neubewertung einer 2003 postulierten Entwicklung der präklinischen Notfallmedizin in Deuschland vor. Welche Dinge konnten weiterentwickelt und fest etabliert werden, was ist weiterhin offen, und welche Fragen zu präklinischer und klinischer Notfallversorgung der Bevölkerung werden uns in den folgenden 15 Jahren beschäftigen? Mit einem kritischen Blick zurück versucht der Beitrag, die wesentlichen und neuen Themen und offenen Fragen aufzugreifen und einen erneuten Ausblick zur „Zukunft der Notfallmedizin“ zu geben.
Strukturänderungen in der präklinischen Notfallmedizin (Dez 2016)
/in Medien1. Dezember 2016
Strukturaspekte der präklinischen Notfallmedizin vor 10 Jahren – wie weit sind wir in der Zwischenzeit gekommen?
Der Arbeitskreis Strukturfragen der BAND e.V. hat sich zu Beginn der „Ära Notfallsanitäter“ im Jahr 2016 mit zentralen Themen der prähospitalen Notfallmedizin auseinandergesetzt und Perspektiven angedacht. Seitdem sind einige zentrale Empfehlungen ergangen, die sich mit den Problemen der stationären, prähospitale und ambulanten Versorgung auseinandersetzen (2018: Sachverständigenrat zur Begutachtung des Gesundheitswesens zur „Bedarfsgerechten Steuerung der Gesundheitsversorgung“; 2023: Stellungnahme und Empfehlung der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung zur „Reform der Notfall- und Akutversorgung: Rettungsdienst und Finanzierung“; 2024: Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung des Bundesministeriums für Gesundheit). Die notfallmedizinische und gesundheitspolitische Diskussion ist in den letzten 10 Jahren weitergegangen.
Dennoch sind viele der seinerzeit aufgegriffenen Fragen weiterhin aktuell, und Manches ist noch erst unvollkommen gelöst. Aus Sicht des Notfallpatienten spielen die Fragen des therapiefreien Intervalls, des Einsatzes von First-Responder- und Ersthelfersystemen und der Eintreffzeiten des professionellen Rettungsdienstes eine zentrale Rolle. In der Rettungslogistik entwickelte sich die Luftrettung weiter, und die Telenotfallmedizin hat in den letzten 10 Jahren einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht. Abteilungsambulanzen in den Kliniken haben sich zu leistungsfähigen interdisziplinären Notaufnahmen weiterentwickelt.
Weniger erfolgreich waren die Bemühungen um die Verzahnung des Rettungsdienst mit der ambulanten kassenärztlichen Versorgung einschließlich der digitalen Verknüpfung von Notrufen und Einsatzdisposition. Ebenso ist die Entwicklung der Einsatzzahlen, zum Teil aufgrund von inadäquater Inanspruchnahme des Rettungsdienstes, ungebremst.
Die Publikation – damals als Zukunftsperspektive gedacht – ist heute ein gutes Beispiel dafür, in welchen Zeitintervallen sich Strukturveränderungen abspielen und wie viel oder auch wie wenig sich in 10 Jahren tatsächlich verändert.
Die Übersichtsarbeit wurde 2016 in der Zeitschrift NOTARZT publiziert und ist auf der Website des Thieme-Verlags nicht barrierefrei zugänglich.
Gretenkort P, Beneker J, Dörges V, Fischer L, Kann D, Sefrin P
Strukturänderungen in der präklinischen Notfallmedizin
Der Notarzt 2016; 32: 264-270. DOI: 10.1055/s-0042-120489
Link zur Website des Thieme-Verlags